37 Jahre. Und ein Moment, der zählt. Man kann eine Agentur gründen. Man kann sie aufbauen, umbauen, wieder aufbauen. Man kann Krisen durchstehen, Technologiewechsel überleben, sich neu erfinden – immer wieder, ohne Netz. Aber irgendwann kommt der Moment, in dem man loslässt. Stefano Viani und Daniel Gerlach sind an diesem Punkt. Nicht weil sie müssen. Sondern weil es stimmt.
Göttingen, Oktober 2026.
Drei Menschen übernehmen heute die Geschäftsführung von Blackbit. Dennis Korbginski, Nadine Bisikati, David Gottschalk. Zusammen bringen sie 40 Jahre Blackbit mit. Sie kennen dieses Unternehmen nicht aus Bewerbungsgesprächen oder Onboarding-Dokumenten. Sie haben es mitgeprägt – in guten Jahren und in schwierigen, in Wachstumsphasen und in Momenten, in denen niemand wusste, wie es weitergeht.
Dass dieser Tag kommt, war kein Zufall. Er war das Ergebnis von 37 Jahren Aufbauarbeit.

1989. Derselbe Ort. Ein Küchentisch.
Daniel Gerlach, Stefano Viani und sein Bruder Remo Viani gründen Blackbit. Desktop Publishing, Göttingen, keine große Bühne. Was die drei damals nicht wissen: Sie stehen am Anfang des digitalen Zeitalters – sie werden zu den wenigen gehören, die jeden Wandel nicht nur überstehen, sondern gestalten.
Als das World Wide Web die Welt verändert, handeln sie. Als E-Commerce entsteht, bauen sie 1998 einen der ersten B2B-Onlineshops Deutschlands. Als Digital Commerce zur Disziplin wird, sind sie längst mittendrin. Nicht weil ein Investor es verlangt. Nicht weil ein Exit-Plan es vorschreibt. Sondern weil Stefano Viani und Daniel Gerlach ein Unternehmen bauen wollen, das Bestand hat.
Jedes Mal wird reinvestiert statt ausgeschüttet. In Menschen, in Technologie, in Kompetenz. In ein Team, das nicht rotiert, sondern wächst. In Kundenbeziehungen, die sich zu echten Partnerschaften entwickeln. In eine Kultur, die Selbstverantwortung nicht verspricht, sondern strukturell verankert.
Es gab Angebote, das Unternehmen zu verkaufen. Mehr als einmal. Sie wurden abgelehnt. Nicht aus Sturheit – aus Überzeugung. Blackbit war nie ein Produkt. Es war ein Lebenswerk.
Was zwischen 1989 und heute liegt
37 Jahre. Mehrfache Neuerfindung. Die Gemeinwohl-Ökonomie-Zertifizierung als sichtbares Zeichen für das, was intern längst gilt. Die Vorbereitung auf Verantwortungseigentum – ein Modell, das dauerhaft sichert, was immer schon Haltung war: Dieses Unternehmen gehört sich selbst. Rund 50 Mitarbeitende. Standorte in Göttingen, Berlin, Hamburg und Kyiv. Partnerschaften, die keine Auftraggeber-Verhältnisse mehr sind.
Und drei Menschen, die in all diesen Jahren dabei waren. Die gesehen haben, wie Entscheidungen getroffen werden. Die mitgemacht haben, als es schwierig war. Die mitgeprägt haben, was Blackbit heute ist.
Zurück in die Gegenwart.
Dennis Korbginski ist seit 17 Jahren dabei. Nadine Bisikati seit 13. David Gottschalk seit 10.
Sie sind keine Nachfolger. Sie sind Blackbit.
Was heute formell vollzogen wird, ist in der Praxis längst Realität. Die Führungsverantwortung wurde in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt weitergegeben – bewusst, beobachtet, bestätigt. Stefano Viani und Daniel Gerlach haben nicht übergeben, weil sie mussten. Sie haben übergeben, weil sie gesehen haben, dass es funktioniert. Besser als sie es erwartet hatten. Als Gesellschafter bleiben sie weiterhin eng verbunden.
Was bleibt. Was kommt.
Für Kunden und Partner ändert sich das Wesentliche nicht. Ansprechpartner bleiben, Projekte bleiben, die Arbeitsweise bleibt.
Was dazukommt: frische Energie. Ein anderes digitales Bewusstsein. Eine Generation, die mit KI, mit Daten, mit neuen Geschwindigkeiten nicht nur umgehen kann – sondern in ihnen denkt. Blackbit hat sich immer dann neu erfunden, wenn die Zeit es verlangt hat. Das neue Führungsteam bringt genau das mit, was die nächste Phase braucht.
Blackbit bleibt unabhängig. Blackbit bleibt wertegebunden. Und Blackbit wächst weiter – als Commerce-Engineering- und Growth-Partnerin für den DACH-Mittelstand, mit integrierten Leistungen aus Beratung, Plattformbau, Betrieb und digitalem Wachstum.
Der Küchentisch von 1989 steht nicht mehr. Aber was damals begonnen hat, trägt sich weiter.
