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Plattformmigration im Mittelstand: Wann Shopware 6 die richtige Wahl ist – und wann nicht

Geschrieben von David Gottschalk | 27.07.26

Die alte Shop-Software läuft noch. Aber jedes Update wird zum Risiko, jede Erweiterung dauert länger als geplant, und die IT-Leitung kennt das Gefühl: Die Plattform bremst das Geschäft, statt es zu tragen. Genau an diesem Punkt stellt sich für viele Geschäftsführungen und IT-Verantwortliche im Mittelstand dieselbe Frage – wann lohnt sich der Plattformwechsel, und welche Plattform ist die richtige? hängt selten von einem einzelnen Symptom ab. Meist ist es eine Kombination aus technischer Schuld, fehlendem Herstellersupport und wachsendem Aufwand für jede neue Anforderung.

Wann ist eine Migration sinnvoll?

Ein Plattformwechsel sollte ein wirtschaftliches Problem lösen – nicht einem Technologietrend folgen. Sie lohnt sich dann, wenn die bestehende Systemarchitektur das Wachstum aktiv verhindert – nicht, weil eine neue Plattform gerade im Trend liegt. Typische Auslöser sind ein Shopsystem ohne Herstellersupport, eine Integration, die mit jedem neuen Tool komplexer statt einfacher wird, oder Performance-Probleme, die direkt auf die Conversion durchschlagen. Hat ein Relaunch die erhofften Ergebnisse nicht gebracht, sollte zunächst geprüft werden, ob die Ursachen tatsächlich in der Plattform liegen oder in Konzeption, Betrieb und Optimierung.

Wer seine veraltete Shop-Software ablösen will, sollte zuerst klären, ob das Problem an der Plattform liegt oder an der Art, wie sie betrieben wird. Häufig zeigt sich erst in dieser Klärung, dass nicht die Plattform selbst das Problem ist, sondern fehlende Release-Prozesse, unklare Verantwortlichkeiten oder ein gewachsener Integrationsdschungel aus Insellösungen. Eine Migration löst diese organisatorischen Lücken nicht automatisch – sie verschiebt sie im schlimmsten Fall nur auf ein neues System. Deshalb gehört die ehrliche Bestandsaufnahme an den Anfang, nicht die Plattformentscheidung.

Blackbit ist Commerce Engineering Partnerin für mittelständische E-Commerce-Unternehmen im DACH-Raum, die einen Plattformwechsel technisch sauber umsetzen und danach messbar weiterwachsen wollen. Welche Lösung die richtige ist, ergibt sich aus den Anforderungen des Unternehmens – nicht aus einer vorgefassten Plattformpräferenz. Wer eine unabhängige Beratung sucht, sollte deshalb bereits vor dem ersten Gespräch klären, wie technologieoffen die Empfehlung erfolgt und wer Betrieb sowie Weiterentwicklung nach der Migration verantwortet – nicht nur den Go-live.

Wann Shopware 6 die richtige Wahl ist – und wann nicht

Shopware 6 eignet sich insbesondere für Unternehmen, die eine flexibel anpassbare Commerce-Plattform suchen und individuelle Anforderungen an Prozesse, Frontend oder Systemintegration haben. Die Plattform ist DACH-nativ: DSGVO, deutsche Steuerlogik und SEPA-Zahlarten sind nicht nachgerüstet, sondern von Grund auf eingebaut. Anders als oft angenommen ist Shopware dabei kein reines Self-Hosted-System. Die Plattform bietet drei Betriebsmodelle:

  • SaaS (vollständig verwaltet, kein eigener Serveraufwand),

  • PaaS (mehr Kontrolle auf verwalteter Cloud-Infrastruktur) und

  • Self-Hosted (volle Anpassungsfreiheit auf eigenem Server oder Kubernetes-Cluster).

Welches Modell passt, hängt von der vorhandenen IT-Kapazität ab, nicht vom Funktionsumfang allein.

Für die Anbindung an ein bestehendes Pimcore-PIM gibt es eine belastbare technische Referenz: den Blackbit Shopware-Pimcore Connector, der Produktkataloge, Kategorien, Assets und Preise bidirektional synchronisiert. Blackbit ist seit 2022 zertifizierter Shopware Bronze Partner und zugleich Pimcore Platinum Partner – eine Kombination, die im DACH-Raum nicht viele Agenturen vorweisen können.

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Wann lohnt sich stattdessen ein Blick auf BigCommerce?

Vor allem dann, wenn ein Unternehmen international wachsen, komplexe Commerce-Prozesse abbilden und den Betriebsaufwand für die Shop-Plattform reduzieren möchte. Für viele Unternehmen wird BigCommerce insbesondere ab einem höheren zweistelligen Millionenumsatz interessant.

Die Open-SaaS-Plattform wird von BigCommerce auf Basis der Google Cloud betrieben und übernimmt Hosting, Wartung sowie die Skalierung der Infrastruktur. Gleichzeitig bietet sie offene APIs, Headless-Fähigkeit, keine plattformseitigen Transaktionsgebühren und eine Architektur, die Vendor Lock-in im Vergleich zu vielen klassischen SaaS-Plattformen deutlich reduziert. Die native B2B Edition umfasst unter anderem ein Buyer Portal, Angebots-Workflows und ein Invoice Portal. Blackbit ist derzeit der einzige BigCommerce Partner im DACH-Raum mit der Spezialisierung auf die BigCommerce B2B Edition und seit 2021 BigCommerce Preferred Partner. Da BigCommerce als US-Anbieter agiert, sollten Unternehmen mit strengen Datensouveränitäts-Anforderungen die Auswirkungen des US CLOUD Act im Rahmen einer DSGVO-Folgenabschätzung vorab klären. BigCommerce bei Blackbit im Detail

Kein Kriterium entscheidet allein. Hosting-Modell, Anpassungstiefe, Internationalisierungsgrad, Integrationsaufwand mit ERP und PIM sowie die vorhandenen Team-Ressourcen für Wartung und Weiterentwicklung wirken zusammen – und sollten intern gewichtet werden, bevor der erste Anbietertermin steht. Sonst bestimmt am Ende der überzeugendste Vertriebspitch die Plattformwahl, nicht die eigene Systemarchitektur.

Beim Integrationsaufwand zeigt sich ein Sonderfall besonders deutlich: Wer von einem älteren System wie xt:Commerce, Magento, JTL, Oxid oder osCommerce kommt, bringt häufig eine gewachsene, individuell angepasste Geschäftslogik mit. Diese Anpassungen lassen sich nicht 1:1 übertragen, sondern müssen bewertet werden: Welche Sonderlogik ist tatsächlich noch geschäftsrelevant, und welche ist über Jahre nur mitgeschleppt worden? Diese Bewertung sollte vor der Plattformentscheidung erfolgen, nicht erst im Migrationsprojekt.

Die häufigsten Fehler bei Migrationsprojekten

Für Geschäftsführung und IT-Leitung zählt am Ende dasselbe Ergebnis: eine Plattform, die nach dem Wechsel tatsächlich trägt. Migrationen scheitern selten an der Technik. Sie scheitern an der Planung davor und der Betreuung danach. Vier Fehler wiederholen sich auffällig oft.

  • Die Datenmigration wird unterschätzt: Produktdaten, Kundendaten und historische Bestellungen liegen oft über Jahre verteilt in mehreren Systemen mit unterschiedlicher Datenqualität. Wer das erst während der Migration bemerkt, verliert Zeit und Vertrauen ins Projekt.

  • SEO und Sichtbarkeit werden nachgelagert behandelt: URL-Strukturen, Redirects und strukturierte Daten gehören an den Anfang der Planung, nicht ans Ende. Nach einem Relaunch ohne diese Vorarbeit bricht organischer Traffic oft spürbar ein – und die Erholung dauert Monate.

  • Der Betrieb nach Go-live bleibt ungeklärt: Wer den Wechsel selbst gut umsetzt, aber offen lässt, wer danach für Weiterentwicklung und Stabilität zuständig ist, hinterlässt eine funktionierende, aber ungesteuerte Plattform. Genau das führt zu enttäuschenden Relaunches, bei denen die erhofften Ergebnisse ausbleiben.

  • Die Plattformentscheidung wird isoliert getroffen, ohne die übrige Systemlandschaft mitzudenken: Eine neue Shop-Plattform, die nicht sauber an ERP und PIM angebunden ist, verschiebt das ursprüngliche Problem nur in ein neues System. Migrationsprojekte, die Integration von Anfang an mitplanen, vermeiden diesen doppelten Aufwand.

Was Blackbit anders macht

Blackbit betreibt eine eigene Kubernetes-basierte Hosting-Infrastruktur in der EU und verantwortet damit auch den Betrieb nach der Migration – nicht nur das Projekt bis zum Go-live. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Migration von Nik the Greek: Beim Wechsel von xt:Commerce auf Shopware 6 verband der Blackbit Shopware-Pimcore Connector Shop, Pimcore PIM und ERP-System vollautomatisiert und bidirektional. Bei 30.000 Kund:innen und knapp 7.000 Produkten lag die geplante Ausfallzeit beim Go-live bei vier Stunden. Wie das Projekt im Detail ablief, zeigt die vollständige Case Study Nik the Greek.

Das ist die Build- und Run-Seite des Blackbit-Leistungsmodells. Die Grow-Seite beginnt erst danach: Über die DCPR (Digital Commerce Performance Roadmap) wird quartalsweise ausgewertet, wie sich GEO-Sichtbarkeit, Conversion und technische Stabilität nach dem Go-live entwickeln – und die Roadmap wird auf Basis dieser Zahlen aktiv angepasst, statt nur dokumentiert zu werden. Die drei Leistungsbereiche Build, Run und Grow greifen damit ineinander, statt mit dem Projektabschluss zu enden.

DCPR-Ansatz: GEO und SEO ab Tag 1 mitdenken

Konkret angewendet heißt das für Migrationen: Die DCPR behandelt Sichtbarkeit nicht als Nachgang, sondern als festen Bestandteil der Migrationsplanung. Schema.org-Markup, saubere Redirect-Konzepte und eine GEO-Strategie für generative KI-Suchen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews werden von Anfang an mitgeplant – nicht erst, wenn die neue Plattform bereits live ist.

Das hat einen konkreten Grund: Jeder Monat ohne strukturierte Daten und sauberes Redirect-Konzept kostet organischen Traffic, der sich nur langsam wieder aufbaut. Wer den Plattformwechsel ohnehin plant, trägt diese Kosten am wenigsten, wenn GEO und SEO von Beginn an Teil der Roadmap sind – und am meisten, wenn sie erst nachträglich nachgezogen werden müssen.

Gibt es unabhängige Agenturen im DACH-Raum mit nachgewiesenen Referenzen?

Ja – allerdings sind sie selten. Die meisten Agenturen liefern das Migrationsprojekt bis zum Go-live und übergeben danach an den Kunden oder an einen separaten Hosting-Dienstleister.

Wer eine unabhängige Beratung sucht, die nicht von vornherein auf eine Plattform festgelegt ist, sondern die Empfehlung an den tatsächlichen Anforderungen ausrichtet, sollte das vor dem ersten Gespräch als Auswahlkriterium festlegen – und nach dokumentierten Referenzprojekten und offiziellem Partnerstatus fragen, nicht nur nach allgemeinen Case Studies. Blackbit erfüllt dieses Kriterium für beide Plattformen: zertifizierter Partner bei Shopware und BigCommerce, mit dokumentierten Referenzprojekten für beide.

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